Winter SUP - stehend paddeln in der Kälte
Wassersport in der kalten Jahreszeit ist für viele nicht vorstellbar, so passen Wasser und kalte Temperaturen anscheinend gar nicht optimal zusammen. Was viele in unseren Breiten nicht wissen, die meisten Amateur- und Profiwassersportler, seien es Kanuten oder Ruderer betreiben ihren Sport meist über das ganze Jahr und Trainingscamps in warme Gefilde sind nur für wenige wirklich erfolgreiche Sportler leist- und finanzierbar. Aber die meisten von uns sind ja Hobbysportler.
Richtig, Stand Up Paddeln ist mit der geeigneten Ausrüstung auch für Hobbysportler bei kälteren Temperaturen durchzuführen. Sicherheitsvorkehrungen müssen aber zur eigenen Sicherheit eingehalten werden, denn schwimmen ist im kalten Wasser nur kurzfristig möglich, auch mit Neoprenanzügen.
Unsere Tipps fürs Paddeln in der kalten Jahreszeit
1)Verwende zu deiner eigenen Sicherheit im Winter immer eine Schwimmweste auch auf stehenden Gewässern, sie wärmt dich obendrein.
2) Du musst mit der Bekleidung, die du trägst, zu 100 Prozent schwimmen können.
3)Du musst jederzeit mit einem Sturz ins kalte Wasser rechnen und dementsprechend ausgerüstet sein. (Neopren, Paddle stuff, etc.)
4) Verlasse dich niemals auf andere. Du bist für dein Tun und Handeln zu 100 Prozent für dich selbst verantwortlich.
5)Achte darauf, dass deine Füße trocken bleiben und benütze Boards mit einem Volumen über 200 Liter, deine Füße dürfen auf keinen Fall permanent im Wasser stehen. Boards mit Mulden und Ausgleichslöchern sind nur bedingt geeignet. Suche dir Plätze, wo du trockenen Fußes ein- und aussteigen kannst, am besten Stege oder steile Ufer.
6)Verwendete Neoprenschuhe sollten zumindest 6 mm dick sein, und am besten zwei Nummern größer als normal. (ähnlich wie bei Laufschuhen). Trage Schisocken in den Neoprenschuhen.
5) Der Spätherbst ist auch die Zeit der Jäger, achte darauf und erkundige dich im Vorhinein, eine Schwimmweste ist für die Jäger meist gut sichtbar.
6) Bikehandschuhe sind zu verwenden, solange sie trocken bleiben, ansonsten verwende Neoprenhandschuhe.
7) Wärme dich gut auf vor deiner Paddelsession.
9) Paddle auf kleinen Gewässern oder wenn nicht anders möglich, auf großen Gewässern am Rand. Bei Problemen und Wassergängen bist du somit sehr schnell am Ufer. Auf kleinen stehenden Gewässern ohne Wellengang kann man seine Füße sehr gut trocken halten.
10) Meide als Hobbysportler extreme Bedingungen und such dir ruhige windstille Tage aus in der kalten Jahreszeit.
11) Bereite für den Abschluss einen warmen natürlich alkoholfreien Tee vor. In der Thermoskanne hält Tee etwa 12 Stunden warm.
Die häufigsten Fragen:
Ludmilla M.: Muss ich im Winter einen langen Neoprenanzug verwenden?
Peter B: Müssen tut man sterben, sonst wenig. Ein langer Neoprenanzug ist dann geeignet, wenn die Wahrscheinlichkeit, ins Wasser zu fallen recht hoch ist, mit einem 5 mm Anzug ist man somit auf der sicheren Seite.
Jürgen H.: Gibt es Nachteile bei langem Neopren?
Peter B.: Neopren ist für Wasserkontakt ausgerichtet und atmet nicht.. Bei intensiven langen Paddeleinheiten und Trainings gibt es eindeutig besseres.Ich empfehle eine Kombi aus 5 mm Long John (ohne Ärmel), darüber dünnes Fleece und eine leichte Paddeljacke in Kombination mit einer Schwimmweste, das bietet optimale Bewegungsfreiheit und hält warm.
Sandra F.: Ziehst du so etwas an in deinem Paddeltraining?
Peter B.: Am Murstau und auf großen Gewässern verwende ich meist diese Kombi, wo ein Reinfallen am schmalen Raceboard nie ausgerschlossen werden kann. An kleinen Seen kombiniere ich den Long John mit Radtrikot und Goretex Jacke mit Schwimmweste.
Barbie. K.: Paddelst du auch bei Minusgraden und rutscht man da am Board nicht aus wegen dem Eis?
Peter B.: Ich paddle die gesamte Wintersaison durch mit Ausnahme von richtigen Hundstagen, unter minus 5 Grad hau auch ich den sogenannten Hut drauf und geh ins Hallenbad schwimmen. Wegen Ausrutschen, wenn man die Position am Board behält, bleibt dieser Bereich im Normalfall eisfrei, vorne und hinten wird es natürlich schon glatt, wenn es minus hat.
Seppi R.: Wie oft bist du schon ungewollt im Winter reingefallen beim Training?
Peter B.: Bis jetzt noch nie, aber das kommt sicher noch, also auf alle Fälle immer damit rechnen und auch dementsprechend ausgerüstet sein.
Heidi K.: Kann man auch Moonboots oder Stiefel verwenden? Ist ja sicher wärmer da drin?
Peter B.: Hohe Stiefel, Moonboots und ähnliches sind absolut lebensgefährlich und können schnell zum Ertrinken führen, also auf keinen Fall hohe Schuhe oder Stiefel verwenden.
Heidi K.: Du hattest aber auch bei deiner SUP Tour nach Belgrad normale Schuhe an, was ist da der Unterschied?
Peter B.: Bei langen Touren im Winter über mehrere Stunden im Minusbereich sind Neoprenschuhe nicht mehr geeignet. Versierte Stand Up Paddler verwenden normale Schuhe in Kombination mit einer Schwimmweste, niemals ohne; Stiefel und Moonboots sind aber auch hier tabu und sollten niemals verwendet werden!
Hinweis zum Autor Peter Bartl:
Diese Empfehlungen und Tipps von Peter Bartl sind ohne Gewähr. Jeder ist somit für sein eigens Risiko selbst verantwortlich.





